Feuerlöscher 30 Jahre alt – und plötzlich haftet der Geschäftsführer persönlich
- Bastian Mader

- 28. Apr.
- 2 Min. Lesezeit
Ein Praxisfall, der vielen Unternehmen passieren kann
Stellen Sie sich folgende Situation vor:
Ein Unternehmen lässt – wie vorgeschrieben – regelmäßig seine Feuerlöscher durch einen externen Dienstleister prüfen.Alles scheint ordnungsgemäß dokumentiert. Prüfprotokolle vorhanden. Haken dran.
Doch dann kommt es zum Ernstfall:Ein Brand entsteht – und die Feuerlöscher versagen.
Erst im Nachgang stellt sich heraus:Ein Teil der Geräte ist über 30 Jahre alt und hätte längst ersetzt werden müssen.
Was dann passiert
1. Die Gebäudeversicherung prüft den Schaden
Im Schadenfall wird die Versicherung sehr genau hinschauen:
Wurden Sicherheitsvorschriften eingehalten?
Waren die Brandschutzeinrichtungen funktionsfähig?
Gab es Organisationsverschulden?
Wenn sich herausstellt, dass die Feuerlöscher objektiv nicht mehr einsatzfähig waren, kann es zu einer Leistungsablehnung oder -kürzung kommen.
2. Der Blick richtet sich auf den Geschäftsführer
Jetzt wird es unangenehm.
Denn auch wenn ein externer Dienstleister beauftragt wurde, gilt:
Sorgfaltspflichten können delegiert, aber nicht abgegeben werden.
Der Geschäftsführer haftet insbesondere für:
Auswahl des Dienstleisters
Überwachung der Leistung
Plausibilitätskontrolle der Ergebnisse
Wenn hier Versäumnisse vorliegen, droht eine persönliche Inanspruchnahme wegen Organisationsverschulden.

3. Warum der Dienstleister nicht immer „die Rettung“ ist
Auf den ersten Blick scheint klar:Der Dienstleister hat falsch geprüft → also haftet er.
In der Praxis sieht es oft anders aus:
Unzureichende Berufshaftpflicht
Deckungsausschlüsse
Insolvenzrisiko
Begrenzte Haftung im Vertrag
Das bedeutet:Ein Teil oder sogar der gesamte Schaden kann beim Geschäftsführer hängen bleiben.
4. Die Rolle der D&O-Versicherung
Genau hier kommt die D&O-Versicherung ins Spiel.
Sie übernimmt zwei zentrale Funktionen:
🔍 Prüfung & Abwehr
Ist der Anspruch überhaupt berechtigt?
Abwehr unbegründeter Forderungen (passiver Rechtsschutz)
💰 Zahlung im Ernstfall
Übernahme berechtigter Schadenersatzforderungen
Schutz des Privatvermögens
Wichtig:Die D&O schützt nicht das Unternehmen, sondern die handelnden Personen – also insbesondere den Geschäftsführer.

Typischer Denkfehler vieler Geschäftsführer
„Ich habe doch einen Dienstleister beauftragt – damit bin ich raus.“
Das ist leider falsch.
Gerichte verlangen:
Plausibilitätsprüfung
Dokumentation
regelmäßige Kontrolle
Gerade bei sicherheitsrelevanten Themen wie Brandschutz gelten hohe Anforderungen.
✅ 3-Punkte-Check für Geschäftsführer
1. Dienstleister kritisch prüfen
Qualifikation & Zertifizierung
Referenzen
Versicherungsschutz (Berufshaftpflicht!)
2. Ergebnisse nicht blind akzeptieren
Stichprobenkontrollen
Alter & Zustand der Anlagen hinterfragen
Auffälligkeiten dokumentieren
3. Prozesse sauber dokumentieren
Wer hat was wann geprüft?
Welche Entscheidungen wurden getroffen?
Warum wurde ein Dienstleister ausgewählt?
Dokumentation ist im Haftungsfall oft wichtiger als die Maßnahme selbst.

Fazit
Dieser Fall zeigt sehr deutlich:
Risiken entstehen nicht nur durch eigenes Fehlverhalten
sondern häufig durch unzureichende Kontrolle externer Partner
Und genau hier liegt die größte Gefahr für Geschäftsführer:
Die persönliche Haftung kommt oft unerwartet – und ist existenzbedrohend.
Eine D&O-Versicherung ist deshalb kein „Nice-to-have“, sondern ein zentraler Bestandteil der Absicherung unternehmerischer Verantwortung.
Schlussgedanke
Wer Verantwortung trägt, muss auch Risiken verstehen –und sich nicht nur auf andere verlassen.



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